Die FührungsKRAFT - Ein Wort und seine Bedeutung.

Während einer Bahnfahrt  von Essen nach Hamburg hatte ich eine kleine Twitterkonversation mit @patrickkoglin @coach_koeln @jkbusinesscoach @agilequickies – Es ging um die Frage, warum die Generation Y keine Führung übernehmen möchte. Diese Hypothese wird aktuell in mehreren Artikeln aufgestellt. Während der Diskussion kam das Wort FührungsKRAFT zutage und lässt mich seitdem nicht mehr los.

Die FührungsKRAFT und die FührungsKRÄFTE. Zwei vermeintlich ganz normale Wörter, die uns tagtäglich im Berufsalltag begegnen. Viele Angestellte haben ein ganz normales Verhältnis zu ihrer Führungskraft und nehmen das Wort mit einer völligen Selbstverständlichkeit in den Mund. Genauso geht es mir.

Übertragen auf die Situation in Unternehmen hat das Wort aber eine ganz spezielle Aussagekraft. Es geht um Kraft. Es geht um Macht, Status und Hierarchien. Es ist eine Kraft, die alle unterstellten Mitarbeiter dominiert. Eine scheinbar unbesiegbare Kraft, geschützt und gestützt durch das hauseigene Unternehmenssystem. Jeder Mitarbeiter, der neue Ideen hat und von seiner Führungskraft abgewiesen wurde, weiß genau, wovon ich spreche. Jeder Angestellte, der versucht hat neue Dinge auszuprobieren und in die Schranken gewiesen wurde, kennt diese Kraft.

Viele Vertreter der Generation Y (auch diejenigen, die schon 50 sind) möchten ihre Mitarbeiter nicht mit dieser Kraft führen. Sie führen, indem sie Kompetenzen entwickeln, die nicht durch Status, Macht und der Hierarchiestufe abbildbar sind. Dazu gehören u.a. Empathie, fachliches Know-how und der Mensch selbst.

Sie sind Führungsperson, Führungsmensch oder Führungscoach. Wörter, die komisch klingen, aber ganz klar deutlich machen, dass es hier um eine andere Art der Führung geht. Vielleicht wäre es sinnvoll, sich in Zukunft so vorzustellen und zu benennen. Damit würde man eventuell ein Zeichen setzen: "Führung geht anders - Ich mache es vor und ihr könnt das auch!"