Bullshit Jobs und die Suche nach dem Sinn

In den letzten Tagen ist mir zweimal das Wort Bullshit entgegen gekommen und irgendwie musste ich an die Verbindung zur Arbeit denken.

Gibt es nicht unzählig viele Bullshit Jobs? Jobs, die an sich niemand verrichten müsste? Jobs, die aber dennoch einem Menschen ein monatliches Einkommen bescheren?

Ich glaube fest daran, dass es eine große Anzahl von Menschen gibt, die Aufgaben erledigen müssen, die an sich nicht erledigt werden müssten! Aufgaben, die aufgrund der Historie „schon immer so“ abgearbeitet wurden, aber keine wirkliche Daseinsberechtigung haben.

In meiner persönlichen Geschichte werde ich auch relativ schnell fündig. Arbeitsanweisungen, Aufträge und alltägliche Routineaufgaben, die laut Führung wichtig sind, es aber nicht sind! Ich habe mich in den vergangenen Jahren des Öfteren darüber beschwert, dass bestimmte Aufgaben einfach keinen Sinn machen! Ob sie erledigt werden oder nicht: Es ist egal! Es hat keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis.

Oftmals wurden diese Anweisungen getroffen, weil es gut aussieht. So musste ich meine Wochenenden oftmals auf einem Seminar verbringen, damit ich da bin. Mein Auftrag vor Ort? Da sein! Was habe ich dort gemacht? Zeit totschlagen, Telefonieren, Internet, etc. pp. Für alle anderen sah es aber so aus, als wenn ich richtig umtriebig sei und tatsächlich zwei ganze Tage (9:30 – 18:30 Uhr) schuftete. Der Schein trügt. Mein Wochenende war auch im Eimer  und meine Woche startete dementsprechend schlecht. Eine Spirale des Unsinns, gesteuert vom Chef.

Meine Erfahrung zeigt, dass viele kleine unsinnige Aufgaben gemacht werden müssen. Meine Hypothese ist folgende: Es gibt sogar viele Bullshit Jobs! Jobs, die quasi ohne Relevanz für ein Gesamtergebnis sind. Dort sitzen Menschen, die es wissen und auch darunter leiden, einen unsinnigen Job zu tun. Aber sie spielen den wichtigen und gestressten Mitarbeiter. Ein öffentliches Ansprechen, dass der Job nichts bringt, wäre eine Farce sich selbst und der Führung gegenüber.  Der Worst-Case-Fall wäre die Entlassung. Deshalb muss der Job wichtig sein bzw. so aussehen. Ständiger Druck und eine Diskrepanz zwischen Innen- und Aussenwelt sind gesundheitlich nicht unbedingt förderlich und führen wahrscheinlich in so manchem Fall zu einer psychischen Krankheit. Das Boreout-Syndrom, dem Gegenpart des Burnouts, hat schon eine gewisse mediale Präsenz erreicht, dennoch keine Diskussion angeregt.

Mich würde brennend interessieren, welche Jobs ihr habt und welche Tätigkeiten als Bullshit anzusehen sind. Meine Hypothese lässt mich nicht mehr los und die ersten Gespräche stützen teilweise meine Annahme.